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Etappenwandern auf dem Heidschnuckenweg (Teil 2)

(Hinter den Etappenüberschriften sind jeweils die Etappenbeschreibungen der offiziellen Homepage zum Heidschnuckenweg verlinkt.)


...die letzten "wanderbaren" Wochen des Jahres 2020 ließ ich mit dem Projekt Stadtwandern ausklingen. So hatten mein Partner und ich es nach der Episode im September vereinbart. Ich bleibe im Hamburger Stadtgebiet und meine jeweilige Strecke ist nicht länger als 10 km.

Parallel begab ich mich in einen umfangreichen Diagnostikprozess mit der Erkenntnis, dass ich eine Herzrhythmusstörung entwickelt hatte. Mich schockierte die Tatsache enorm. Einzig beruhigend war, dass mein Herz bei körperlicher Belastung uneingeschränkt funktionierte. Zunächst wurde ich medikamentös eingestellt und unter der Therapie schlug mein Herz dann auch ohne körperliche Belastung wieder regelmäßig.

So fing ich wieder an Flausen zu entwickeln, spann neue Projekte und wünschte mir sehnlichst mein angefangenes Projekt "Antje wandert auf dem Heidschnuckenweg" beenden zu können. Der Winter zog sich unter dem Wechsel ins zweite Coronajahr. Viiieeeel Zeit für Abenteuerpodcasts. Während ich begann auf ein ganz neues Projekt (Stichwort Hängemattenwanderung) hinzuarbeiten, ließ mich dennoch mein Wunsch nicht in Ruhe zurückzukehren auf die Etappen des Heidschnuckenweges. Zusätzlich nahm ich mir Zeit an meiner Gesundheit zu arbeiten. Ich konzentrierte mich auf eine gesunde Ernährungsweise und begann im Spätwinter wieder regelmäßig raus zu gehen und zu wandern - wie immer an den Wochenenden, wie immer auf Tagesetappen. Eine Kontolluntersuchung zeigte, dass meine Verhaltensänderungen Erfolg hatten und ich konnte mich wieder vollständig ohne Medikamente auf meinen regelmäßigen Herzschlag verlassen. Welch ein Geschenk, das ich mir da selbst gemacht hatte.

Wenig später begann ich mich darin zu üben mehrere Tage hintereinander loszuwandern und bereitete mich auf meine erste Weitwanderung mit der Hängematte entlang der Ostseeküste auf dem E9 vor.


Inzwischen (Sommer 2021) war ich keine Anfängerin mehr. Mich hatte das "Draussenfieber" gepackt und es zog mich immer mehr hinaus und meine Ideen sprudelten. Immer wieder checkte ich wie ich das Projekt Heidschnuckenweg beenden könnte. Die ausstehenden 7 Etappen liegen in der Südheide und sind von Hamburg aus mit dem ÖPNV vor allem an den Wochenenden nur sehr umständlich zu erreichen. Das erschwerte meine Planung enorm. Auch wenn ich nun inzwischen "Draussenschläferin" geworden war - mitten im Wald zu schlafen ängstigte mich und tut es bis heute. So entschied ich mich, um mein Herzensprojekt beenden zu können, mir Unterkünfte zu gönnen und Wanderwochenenden einzulegen.


Im August 2021 bin ich zurück auf "meinem" Weg...


Etappe 7 - 9



Als ich in Soltau ankomme regnet es kräftig. Zum ersten Mal benutze ich das Regencover meines Tagesrucksackes, den ich inzwischen mein eigen nenne. Auch die Regenjacke hab ich das erste Mal am Start - sie wird für das kommenden Wochenende nicht reichen, aber das ahne ich noch nicht. Im Stadtzentrum von Soltau suche ich im Cafe "Hochdruckgebiet" Schutz. Scheinen Optimisten zu sein - so wie ich. Das mag ich. Ich gönne mir in Ruhe einen Kaffee und warte das "Wetter" ab, bevor ich in die Etappe starte. Direkt hinter dem Ort verschwindet der Weg im Wald. Ich bin zurück.



Auf dem Tiegener Berg lege ich meinen allerersten Wanderstein ab. Man sucht sich einen Stein und legt ihn verbunden mit einem Wunsch oder einer Sorge auf dem bereits vorhandenen Berg Steinen ab. Ich lasse so ein kleines Stück eines Herzensthemas dort.

Aus dem Waldstück heraus, versucht die Sonne durch die Wolken zu luken, ein paar Heideflächen leuchten mich an und lösen ein absolutes Glücksgefühl aus. Wie sehr ich das Wandern auf dem Heidschnuckenweg vermisst habe, wird mir genau in diesem Moment klar. Leider kann ich das Wegesglück nicht lange festhalten. Ich lande wenig weiter auf asphaltiertem Grund, das hält eine Weile an, ich quere eine Autobahn und der Weg gipfelt sogar in einem 1,7 km langen Stück direkt entlang einer Bundesstrasse. Da war sie wieder - eine Fleißetappe. Natürlich fängt es ausgerechnet auf diesem Stück der Etappe an zu nieseln, das Nieseln baut sich auf zu einem ausgewachsenen Regenschauer und ich schaffe es gerade noch rechtzeitig an einem Polter (Stapel mit in der Forstwirtschaft gesammeltem und sortierten Rundholz im Wald, vorrangig am Rand von Forststrassen) unter einem Baum Schutz zu finden. Ich nutze die Gelegenheit für meine erste Pause, es dauert jedoch nicht lang bis der Regen auch in mein Essen tropft. Ok, verstanden - ich muss mein Equipment upgraden. Auf soviel Regen war ich noch nicht vorbereitet.



Als auch der Regen eine Pause einlegt, ich will gerade aufbrechen, begegnet mir die Wandersfrau Manuela. Sie ist maximal gefrustet über die schreckliche Strecke der letzten Kilometer und plagt sich zudem mit schlimm gestauchten Zehen. Sie läuft den Heidschnuckenweg am Stück und ist seit 7 Tagen unterwegs. Seit Soltau läuft sie (durch den Regen) mit Sandalen um den gestauchten Zehen Entlastung zu verschaffen. Auch wenn ich es bevorzuge allein zu gehen, beschließe ich ein paar Meter mit ihr gemeinsam zu wandern und mir ihren Frust anzuhören. Nach jedoch wenigen Metern finde ich mich in einem supernetten Gespräch wieder - wir haben viele gemeinsame Themen. Einzig - immer wieder müssen wir Schutz suchen - unter Bäumen, in Bushaltestellen - es regnet ein ums andere Mal richtig. Ich teile sogar!!! meine homemade Energyballs mit ihr. Schließlich beenden wir gemeinsam die heutige Etappe und verabreden uns zum Abendessen im Hotel Hartmann (musste inzwischen leider schließen) in Wietzendorf, wo ich auch übernachten werde. Das warme Zimmer und die heiße Dusche machen den 90er Charme des Hauses wieder wett. Es wird ein schöner Abend, ich hätte ihn nicht missen wollen. Wir beschließen uns morgen zur Pause in Müden (Örtze) zu treffen - Manuela möchte die geteilten Energyballs mit einem Stück Kuchen ausgleichen...



und


Voller Elan und Vorfreude auf die heute anstehenden 2 Etappen, stehe ich auf. Nach einem sehr guten Wandersfrühstück starte ich in die Etappe. Sehr lang bin ich allein auf meinem Weg. Erst am Wietzer Berg treffe ich wieder auf andere Menschen. Die Heidefläche an seinem Hang ist die größte dieses Wochenendes. Sie steht in voller Blüte - ein lilafarbenes Heidemeer. Unfassbar schön. Am Fuße des Berges beginnt schon fast Müden. Hinter einem kleinen Waldstück komme ich in den Ort hinein und mache eine ausgedehnte Pause am Ufer der Wietze. Manuela schreibt währenddessen, dass sie auf dem Weg vom Berg hinab ist und so warte ich auf sie. Direkt auf der anderen Uferseite gibt es ein wunderbares Hofcafe. Hier arbeitet eine Weltmeister-Konditorin und als ich die Torten, so groß wie Wagenräder sehe, glaube ich das sofort. Niemals hat mir Stachelbeer-Baiser soo gut geschmeckt.

Zufrieden brechen wir gemeinsam auf, laufen noch ein paar Schritte gemeinsam, bis sich am Ortsausgang unsere Wege trennen. Manuela sucht ihren zur Unterkunft und ich beginne die 2 Etappe meines heutigen Tages.



Ich laufe gerade am Ufer des Heidesees entlang, als der Regen einsetzt. Unaufhörlich und gnadenlos regnet es auf mich hinab. Der Regen tropft von meiner Kaputze, die Regenjacke ist längst völlig durchgeweicht. Der Weg ist glitschig, erfordet höchste Aufmerksamkeit -streckenweise hab ich Sorge hinzufallen und in der Örtze zu landen, an dessen Ufer sich der Weg entlang schlängelt. Inzwischen ist es nur noch "durchbeißen". Es regnet ununterbrochen seit 5 km. Aber das hab ich ja gelernt inzwischen über mich - das kann ich - mich durchbeißen.

In Faßberg angekommen, finde ich beim Italiener am Dorfplatz genug Platz in der Toilette um mich umzuziehen. Die trockenen Sachen aus meinem Rucksack (das Regencover hat also funktioniert) sind eine Wohltat. Ich werde in Schlafleggins nach Hause fahren müssen, der Rest ist durchgeweicht - es ist mir FAST egal. Der heiße und Kakaopudrige Capucchino, der mir inzwischen gemacht wurde, lässt mich gelassen darauf blicken. Auch das mit dem "Rufbus" klappt hervorragend. Rechtzeitig steht ein Taxi als "Busersatz", aber zum Bustarif, bereit und bringt mich nach Unterlüß, von wo aus die Regionalbahn nach Hamburg fährt.

45 h und 39 km auf der Wanderuhr später komme ich wieder zuhause an. Was für ein Wochenende. Grossartig!




Etappe 10 - 13



Die Beendigung des Heidschnuckenweges, meines Herzensprojektes steht an. Für die letzten 4 Etappen habe ich 3 Tage eingeplant.

Zurück in Unterlüß warte ich auf meinen vorbestellten Rufbus. Ich als Großstadtpflanze kannte das Konzept "Rufbus" nicht. In vielen ländlichen Gegenden macht es keinen Sinn rund um die Uhr Busse einzusetzen, da sie nicht regelhaft genutzt werden. Deshalb hat man die Möglichkeit bis 59 min. vor Abfahrtzeit seine Mitfahrt anzumelden. Je nachdem, wieviele dann diese Abfahrtzeit nutzen, kommt ein Bus oder es wird nur ein Taxi eingesetzt, weil das im Fall der Fälle bei nur einem Fahrgast vielleicht ökonomischer ist. Ich verwöhnte Stadtgöre nörgel schon rum, wenn der Bus "erst" in 6 Minuten kommt. Hier muss man ihn vorbestellen, seinen Mitfahrwunsch anmelden. Hab ich natürlich gemacht...

So werde ich abgeholt mit dem Taxi und nach Faßberg chauffiert. Dort suche ich meine Einstieg in die Etappe entlang eines Militärgebietes. Nach dem 2. Weltkrieg starteten hier die Rosinenbomber der Alliierten zur Zeit der Berliner Luftbrücke. Mein Weg führt mich vorbei an Maisfeldern, in die nächste Ortschaft säumen die Strasse hinein nach Schmarbeck alte Obstbäume. Hinter dem Ort empfängt mich der Wacholderwald und seine umgebende Heidefläche steht hier noch in voller Blüte. Wir befinden uns gerade genau zwischen Spätsommer und Frühherbst - eine meiner absoluten Lieblingsjahreszeiten. Ein paar vergessene Heidelbeeren, dazwischen schon die ersten Preiselbeeren und Pilze in den unterschiedlichsten Sorten... Die Natur gibt nochmal alles...



Bei Km 19 ist die 10. Etappe eigentlich beendet. Aber ich habe mir ja für dieses Wochenende 4 Etappen vorgenommen und so laufe ich noch etwas weiter hinein in die 11. bis nach Lutterloh. Bei Km 22 beginne ich zu "beißen"... versuche mich zu motivieren und erreiche nach 24 km erneut eine Heidefläche. Sie steht im tiefen Spätnachmittagslicht. Was für ein Schauspiel. Völlig verzaubert durchwandere sie und nehme Schwung mit für die letzten Meter bis zum Ferienhof Meyer.



Dort wartet die "Rote Kuh" auf mich. Seit ich das entdeckt hatte im Vorfeld, freue ich mich auf den heutigen Abend. Die "Rote Kuh" ist ein Bauwagen, ein Schäferwagen. Er steht auf einem Reiterferienhof und wird vermietet zur Übernachtung für einen wirklich geringen Obolus. Ich lieb den Bauwagen schon beim Öffnen der Tür! Er ist perfekt. Genauso einen suche ich für mich, an einem mit dem ÖPNV von Hamburg aus erreichbaren Ort. Geht das bitte?!



Eigentlich sollte es einen Feuerkorb geben. Ich war vorbereitet, hatte Stockbrotteig und Würstchen im Rucksack. Der Feuerkorb jedoch wird vermisst und so baue ich kurzerhand Würstchen im Schlafrock und diese landen in meinem kleinen Backofen im Bauwagen. Ich machs mir mit den Schlafrockwürstchen und einem heißen Tee auf dem Palettensofa vor dem Wagen gemütlich und schaue den Hoffrauen bei ihrer Abendreitstunde auf der Koppel zu. Niemals, wirklich niemals hat mir ein Wanderabendessen besser geschmeckt. (glaube, dass ich das immer sage, wenn ich ein gutes Essen draussen nach einem Wandertag am Start habe und mich die Aussicht romantisiert) Wenn es jetzt noch Netz geben würde... :-)



Die Nacht wird kalt, zu kalt für meinen Schlafsack. Verfroren wache ich auf. Auf dem Hof ist es noch ruhig. Nur die Pferde und Mikesch sind wach. Mikesch ist der Hofkater. Wir sind seit gestern Freunde, auch wenn er mir meine Wegzehrung, die restlichen Würstchen im Schlafrock geklaut hat, weil ich unbedacht die Bauwagentür offen gelassen hatte. Gemeinsam mit Mikesch auf dem Draussensofa genieße ich frischen Kaffee und starte danach in meinen nächsten Wandertag.



Mich erwartet einen langer Waldweg aus Heidesand. Es war trocken in den letzten Tagen, der Sandweg ist weich. Ich erreiche Weesen. Dort entdet die die 11. Etappe und ich sammel mir an der Stempelstelle meinen Etappenstempel UND einen Kaffee ein. Vorbei an Maisfeldern beginnt die 12. Etappe. Als der Blick sich öffnet sehe ich Autos, viele Autos. Vor mir liegt die Misselhorner Heide. Mich überrennt quasi ein Menschenstrom. Damit hatte ich tatsächlich nicht gerechnet. Aber es ist Sonntag, das Wetter bestens und die Misselhorner Heide eine sehr beliebte Heidefläche der Südheide. Ich bahne mir zügig meinen Weg durch die Menschenmassen und lege hinter der Heidefläche meine Mittagsrast ein. Durch das Tiefental hindurch verschwinde ich wieder im Wald. So weit sind die meisten Menschen nicht gegangen, viele sind nur bis zum Tiefental gewandert, um dort Preiselbeeren zu sammeln.

Ich hatte für dieses lange Wanderwochenende vorsichtshalber meine Hängematte mitgenommen. Ich möchte sie nicht umsonst getragen haben und so halte ich an, mitten im Wald und suche mir zwei passende Bäume für eine Siesta. Ich habe nur noch 5 km vor mir und so genieße ich den Wald im Frühherbst bei Sonnenschein, der durch die Baumkronen strahlt.



Die letzten Meter, dann sehe ich Dehningshof. Pferdekoppeln, eine alte Fuhrmannsschänke und einen ungenutzten Schafsstall - zumindest für Schafe. Meine letzte Nachtrast bevor ich meinen Weg zu Ende gehen werde. Und richtig - ICH werde den Schafstall nutzen. Er ist nämlich ein "Heuhotel". Hier habe ich mir eine Koje für die Nacht gebucht. Auf dem Gelände gibt es sogar eine Gemeinschaftsküche, die ich nutzen kann und so koche ich mir ein paar Nudeln aus meinem Vorrat. Zum Nachtisch gibt Preiselbeer-Buchweizentorte. Köstlichst! Während die Tagesgäste langsam aufbrechen, kehrt Ruhe auf dem Hof ein und ich richte mein Nachtlager. Ich bleibe allein im "Heuhotel" - also bis auf die Mäuse, die Fledermäuse und dem Marder auf dem Dach.




13. Etappe: Dehningshof - Celle (27 km)


Ich würde lügen, wenn ich sagen würde ich hätte gut geschlafen. Die Nacht war kalt. Die Temperaturen sind abgesunken auf 6 Grad und ich war sehr froh, dass im Schafstall mehrere alte Pferdedecken lagen, die mir die Nacht halbwegs gerettet haben. Ich brauchte nämlich wirklich Erholung. Auf mich wartet die letzte und gleichzeitig längste Etappe des gesamten Weges... 27,5km...

Ich frühstücke ordentlich. Es gibt ihr zwar (erneut) kein Netz - aber Frühstück, das können sie.

Kurz nach 8:00 Uhr gehts für mich los. Die Sonne strahlt bereits durch die Bäume. Auf mich wartet die letzte Heidefläche des Weges, die Sehveloher Heide. Im Morgenlicht werden die Spinnennetze und der Tau von der Sonne angestrahlt. Der Wald ringsgherum liegt still. Nur ich bin hier draussen. Ich werde wehmütig.




Danach laufe ich auf endlosen Waldwegen hinaus aus der Südheide. In Scheuen komme ich an einem Segelflugplatz vorbei - ich hab Glück - es startet gerade eines. Etwas später, leider wenig idyllisch - Groß Hehlen. Kleinstadt. Einfamilienhausreihen. Ich bin genervt. Km 19.

Nochmal an einem Wald entlang, Maisfelder, die Sonner steht hoch am Himmel. Eigentlich schön, aber trotz September sehr warm.

Vor Celle lege ich erneut eine ausgedehnte Pause ein. Km 23. Etwas gestärkt breche ich auf in meine letzten Kilometer. Der Weg durch die Allerauen hinein nach Celle zieht sich.

Und dann bin ich auf einmal da. Ich muss weinen. Mal wieder entläd sich der Druck. Meine Anspannung fällt langsam ab. Es sind noch 1,2 km hinein in die Stadt bis zum Celler Schloß - das offizielle Ziel des Heidschnuckenweges. Und da liegt es. Auf einem Hügel im Schloßpark, leuchtet es weiß unter strahlend blauen Himmel. Allerbestes Zielwetter.

Ich suche mir den Weg zur Touristeninformation. Dort möchte ich mir meinen letzten Stempel abholen. UND die Heidschnucke in Bronze, Silber und Gold. Denn ich erhalte sie alle drei, für das Absolvieren des kompletten Weges.

Ich bin stolz auf mich. Sehr. Und ich bin gerührt, demütig und wirklich etwas überwältigt von meinen eigenen Gefühlen in diesem Moment. Auch wenn ich den Weg nicht hintereinander gegangen bin, finde ich, dass es ein großartiges Projekt war und ist. Auch in der Form wie es mich durch meinen Alltag begleitet hat und eben nicht Urlaub war. Und dennoch jedesmal dann doch wie eine kleine Auszeit auf einer Insel...

GROSSARTIG ANTJE!

223 km Done




Später werde ich einem Istagram-Post schreiben nachdem ich mir einen Waldmistkäfer auf meine Wanderbeule meines linken Fußes hab tätowieren lassen:


Der Waldmistkäfer….. MEIN Symbol für den Heidschnuckenweg.

Auch wenn ich ihn (Heidschnuckenweg) nicht am Stück gegangen bin, wird er für mich immer eine besondere Bedeutung haben. Auf dem Weg hab ich so viel mitgenommen, so viel dalassen können, so viel gefunden, so viel empfunden, so viel erkannt, so viel gelernt, so viel MICH gespürt. Und irgendwie war der Waldmistkäfer immer dabei. Was für ein solidarisches Tier übrigens - räumt den Mist weg, verbuddelt ihn, sorgt dadurch für Belüftung und pflegt so den Wald - mag ich sehr. Hab nun meinen eigenen Waldmistkafer




Auch heute, 1 1/2 Jahre später, bin ich tief gerührt von meinen Erlebnissen. Vielleicht auch mit dem entsprechenden Abstand und unter den Einflüssen der aktuellen Entwicklungen in meinem Leben. Ich war da draussen auf den Pfaden so viel allein mit mir und meinen Gedanken. Meine Wanderung auf dem Heidschnuckenweg ist der Ursprung meines jetzigen Draußen-Daseins. Nicht einen einzigen Schritt des Weges möchte ich missen.


P.S. Ich habe sowohl die 1. und die 4. Etappen des Weges vor Beendigung des Heidschnuckenweges wiederholt. Auf beiden Etappen hatte ich mich verlaufen Und war vom eigentlichen Streckenverlauf abgekommen. Ich konnte einfach keinen Frieden finden, um am Ende wirklich sagen zu können:

Ich habe den kompletten Heidschnuckenweg absolviert.


2. P.S. Auf meinem Instagram-Account grossartig-antje könnt ihr in den Story-Highlights zum Heidschnuckenweg (HSW) weitere Einblicke gewinnen.












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